Seit 1969: Chiemgauer Lebenshilfe

6. August 2026

Erfolg bedeutet für viele Menschen, einer sinnvollen Tätigkeit nachzugehen, eigene Fähigkeiten einzubringen und Teil einer Gemeinschaft zu sein. Genau diese Chancen schafft die Lebenshilfe Chiemgau jeden Tag für Menschen mit Behinderung. Seit ihrer Gründung im Jahr 1969 verfolgt die Institution das Ziel, Menschen mit Behinderung eine gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Aus einer Elterninitiative ist über die Jahre ein vielseitiges Netzwerk aus Wohnangeboten, Frühförderung, Kurzzeitpflege, Offenen Hilfen und zahlreichen weiteren Unterstützungsangeboten entstanden.

Ein wichtiger Baustein dieser Erfolgsgeschichte sind die Chiemgau-Lebenshilfe-Werkstätten. An mehreren Standorten im Landkreis bieten sie mehr als 460 Menschen mit Behinderung individuell angepasste Arbeitsplätze und berufliche Bildung. Ziel ist es, persönliche Stärken zu fördern, berufliche Kompetenzen auszubauen und – wo möglich – den Übergang auf den allgemeinen Arbeitsmarkt zu begleiten. Die Werkstätten sind dabei weit mehr als ein geschützter Arbeitsplatz: Sie sind Orte der Entwicklung, an denen Menschen Verantwortung übernehmen und Anerkennung für ihre Arbeit erfahren.

Auch für Menschen mit schwerer und mehrfacher Behinderung spielt Arbeit eine zentrale Rolle. In der Förderstätte Altenmarkt stehen sinnvolle Beschäftigung, individuelle Förderung und die Entwicklung persönlicher Fähigkeiten im Mittelpunkt. Die Erfahrung, etwas zu schaffen und aktiv am Alltag mitzuwirken, stärkt das Selbstwertgefühl und vermittelt das Gefühl, gebraucht zu werden – wichtige Voraussetzungen für ein selbstbestimmtes Leben.

Doch nicht nur für Menschen mit Behinderung schafft die Lebenshilfe Perspektiven. Mit rund 520 Mitarbeitenden zählt sie zu den größten sozialen Arbeitgebern der Region und bietet vielfältige Karrierewege – von der Heilerziehungspflege über Ergotherapie und Sozialpädagogik bis hin zu Verwaltung und Hauswirtschaft. Auch Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger sind willkommen. Ausbildungsplätze, Freiwilligendienste sowie Praktika machen die Lebenshilfe zudem zu einem wichtigen Ausbildungsbetrieb im Chiemgau und investieren in die Fachkräfte von morgen.

Die Erfolgsgeschichte der Lebenshilfe Chiemgau zeigt: Inklusion gelingt dann besonders gut, wenn Menschen die Möglichkeit erhalten, ihre Talente einzusetzen und durch ihre Arbeit Teil der Gesellschaft zu sein. Arbeit schafft nicht nur Einkommen, sondern auch Selbstständigkeit, soziale Kontakte und neue Perspektiven. Davon profitieren die Beschäftigten ebenso wie Unternehmen, Einrichtungen und die gesamte Region.

Für die Chiemgau GmbH setzen die Traunreuter Werkstätten gerade ein wichtiges Projekt um: Ein kleines Team verpackt den regionalen Adventskalender, der in einer Stückzahl von 300 Stück im Oktober in den regionalen Handel kommt oder online bestellt werden kann.