Seit 100 Jahren gehört Chiemseer Dirndl & Tracht zum festen Bestandteil der Trachtenkultur im Chiemgau. Das Familienunternehmen aus Übersee hat mehrere Generationen überdauert und sich in einer Branche behauptet, die sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert hat. Während Trachtenmode heute vielfach industriell und außerhalb Europas produziert wird, setzt das Unternehmen weiterhin auf die bewährte Produktion in Übersee, regionale Herkunft der Materialien und eine enge Verbindung zum traditionellen Handwerk.
Die Geschichte begann 1926 im Nachbarort Grabenstätt. Dort gründete die Familie Ehrenleitner zunächst eine klassische Krämerei mit Waren des täglichen Bedarfs. Die Großmutter der heutigen Inhaber hängte irgendwann einige selbst genähte Dirndl in den Laden, berichtet Marco Ehrenleitner, der heutige Geschäftsführer. "Die erfolgreiche Geschäftsidee ist eigentlich dem Zufall geschuldet", sagt der 44-Jährige. 1938 zog der Betrieb nach Übersee am Chiemsee um. Die bessere Verkehrsanbindung und der Bahnhof machten den Ort zu einem wichtigen Standort für Handel und Versorgung in der Region.
Näherinnen aus der Umgebung
Nach dem Zweiten Weltkrieg veränderte sich das Sortiment Schritt für Schritt. In den 1950er-Jahren begann die Familie, sich zunehmend auf Trachtenmode zu konzentrieren. Erste Dirndl wurden im Haus gefertigt — von Näherinnen aus der Umgebung. 1961 entstanden schließlich eine eigene Dirndlstube sowie ein Verkaufsbereich ausschließlich für Trachtenmode. Damit wurde die Tracht endgültig zu einem zentralen Bestandteil des Geschäfts.