Chiemgau GmbH: Wenn Sie auf die Zeit vor SMASH zurückblicken - was hat sich durch das Projekt in Ihrem Blick auf Arbeitgeberattraktivität grundlegend verändert?
Mathias Rinke: Wir haben festgestellt und verstanden, dass die Arbeitgeberattraktivität von sehr vielen Faktoren beeinflusst wird, die über Vergütung, Arbeitszeiten oder Urlaub hinausgehen. Gleichzeitig sind diese Faktoren bei jedem Arbeitgeber oder sogar bei jedem einzelnen Arbeitsverhältnis wiederum unterschiedlich „wichtig“. Das haben wir vor allem im interessanten Austausch mit den Projektteilnehmern aus anderen Branchen wahrgenommen. Durch den Arbeitgebercheck im Rahmen des Projekts konnten wir herausfiltern, bei welchen Faktoren oder in welchen Bereichen, die die Arbeitgeberattraktivität beeinflussen, bei uns noch nachgebessert werden kann. Natürlich konnten wir durch den Blick von außen auch feststellen, welche Bereiche wir schon ganz gut umsetzen. Grundlegend hat sich bei mir verändert, dass einer hohen Arbeitgeberattraktivität kein – vielleicht für den einzelnen Arbeitgeber individualisiertes – Standardkonzept zu Grunde liegt, sondern dass sich eine hohe Attraktivität im einzelnen Arbeitsverhältnis an ganz wenigen Punkten entscheidet. Und hier setzen wir in unserem Unternehmen nun besser an. Das ist aufwendig, aber es lohnt sich!
Chiemgau GmbH: Was hat SMASH ermöglicht, was ohne das Projekt nicht zustande gekommen wäre?
Mathias Rinke: SMASH hat mir durch den Arbeitgebercheck und den Austausch zu anderen Unternehmern und Personalverantwortlichen zahlreiche Blicke über den Tellerrand ermöglicht. Ich konnte in den Workshops und Impulsvorträgen feststellen, welche Themen wie angepackt werden können und welche Werkzeuge einem in der Unternehmens- und Personalführung helfen können. Ohne SMASH hätten wir unser Azubimarketing auf Instagram und TikTok nicht weiter ausgebaut. Kurzfristig sind zwar noch keine durchschlagenden Erfolge sichtbar, das war uns aber bewusst.
Chiemgau GmbH: Welche Eigenschaften und Kompetenzen braucht man, um bei Ihnen eine gute Führungskraft zu werden?
Mathias Rinke: In unserem Unternehmen sollte eine gute Führungskraft neben Fachwissen über Empathie und Teamfähigkeit verfügen. Sie muss unbedingt wertschätzend und ehrlich mit allen Mitarbeitern, Kollegen und Vorgesetzten umgehen sowie zu ihren Entscheidungen stehen – insgesamt stehen hier also noch Verantwortungsbewusstsein, Vertraulichkeit und Verlässlichkeit im Vordergrund.
Chiemgau GmbH: Welche Tipps würden Sie jungen Menschen aus unserer Region geben, die später eine Führungsrolle übernehmen möchten?
Mathias Rinke: Grundlage ist eine fundierte Ausbildung oder eine tiefgehende Einarbeitung im jeweiligen Bereich, um sich das Fachwissen weitestgehend zu erschließen. Auch eine zeitweise Mitarbeit bei Spezialisten mit hohem Fachwissen ist zu empfehlen. Sich dadurch Respekt bei Mitarbeitern und Vorgesetzen „zu verdienen“, ist meiner Meinung nach entscheidend. Im Zusammenhang mit den vorgenannten Eigenschaften und mit dem Aufbau der genannten Kompetenzen ist die spätere Übernahme einer Führungsrolle am besten möglich.